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Donnerstag, 8. Dezember 2011

Ratt à deux im Vogelhaus

Ups! Sassen wir doch gestern so gemütlich am Esstisch mit Blick auf unser gut gefülltes Vogelhäuschen. Das heißt, meine Menschen saßen am und Artus und ich lagen unterm Esstisch, so wie sich dass für uns gehört. Es stürmte und die Schneeflocken wirbelten über die Terrasse.
Da sagt mein Juniorchefin so ganz nebenbei: "Im Vogelhäuschen sitzt eine Ratte."


Die Unterhaltung verstummte und alle blickten völlig erstarrt auf das Vogelhäuschen. Und tatsächlich, der dicke Vogel, von meinem Frauchen ursprünglich als gut genährte Amsel identifiziert, hatte zwei kleine Öhrchen, ein weiches Fellchen und einen soooooooooooo langen Schwanz.


Da saß sie nun, die Ratte, dick und fett mitten im Futternapf für die armen hungernden Vögel, die sich nun nicht mehr näher herantrauten. Wir standen, bzw. saßen vor der Terrassentür und beobachteten das Schauspiel. Was sollten wir auch anderes tun. Angst vor der Ratte hatten wir alle, vielleicht ist sie ja krank oder bissig. Wer weiß das schon, was in so einer Ratte vorgeht, wenn sie Hunger hat und vielleicht zu Hause noch viele hungrige kleine Rattenmäuler auf sie warten?

So saß sie also im Schneegestöber schön trocken am gedeckten Tisch und fraß sich den Bauch rund.


Doch, sie ist keine gewöhnliche Ratte. Wir konnten von unserem Beobachtungsposten aus gut sehen, wie sie von der kleinen Plattform unter dem Vogelhäuschen versuchte, an die Meisenbällchen zu kommen, da wohl der Futternapf im Häuschen mittlerweile leer war.


Dafür schubste sie das Meisenbällchen an, so dass es anfing hin und her zu schwingen. Als es dann nah genug war, schnappte sie es mit beiden Vorderpfoten, hielt es fest und fing an zu fressen. Dabei hat sie nicht einmal das Netz um das Meisenbällchen beschädigt. Sehr intelligent und geschickt! Da muss man so als Ratte erstmal draufkommen!

Nun reichte es meinem Frauchen und sie klopfte zunächst gegen die Terrassentüre. Davon ließ sich die Ratte allerdings nicht beeindrucken. Auch das laute Zuknallen der Wintergartentüre blieb ohne den gewünschten Erfolg.

Wofür hat man schließlich zwei Hunde? Also, raus mit denen. Die Ratte erstarrte nach dem Motto: Wenn ich mich nicht bewege, denken die vielleicht ich bin tot und gehen wieder. Hat funktioniert, denn ich schnüffelte nur kurz am Vogelhäuschen, dachte: Die ist tot und tote Ratten fresse ich nicht. Die Ratte saß noch immer da. Artus lief an ihr vorbei, so als wenn da gar nichts wäre.


"Also, was seid ihr denn  für Wachhunde", sagte mein Frauchen. Gut, wir hatten gerade gefressen und satte Wachhunde sind eben keine guten Wachhunde. Vielleicht war es ja auch besser so, denn mit einem Rattenbiss ist ja sicherlich auch nicht zu spaßen. Außerdem habe ich noch nie "Ratatouille" gefressen, schmeckt das überhaupt?

Irgendwann war es der Ratte dann zu blöd, vielleicht war sie auch satt, oder ihre Jungen haben gerufen: "Mama, Papa hat auch Hunger!" Jedenfalls verließ sie sehr gelenkig und sprunghaft ihre Aussichtsplattform, lief völlig entspannt und ruhig über unsere Terrasse und verschwand um die Hausecke.



Meine Menschen konnten dann endlich ihr Mittagessen fortsetzen, den Blick natürlich ständig auf das Vogelhäuschen gerichtet. Und dann kam er: Vater Ratte nahm elegant Anlauf und kletterte durch den neben dem Vogelhäuschen aufgestellten Weihnachtsbaum ins Vogelhäuschen. Ein ganz possierliches Tierchen, schlank und rank, mit kleinen Puschelohren und Knopfaugen. Sein Weib hatte ihm noch etwas vom Mittagessen übrig gelassen und so ließ er es sich auch schmecken.



Meinen Leuten schmeckte es nun nicht mehr und der Familienrat tagt noch heute darüber, was nun zu tun ist.
Hat vielleicht jemand einen Tip, denn bei so intelligenten Viechern ist es ja nicht leicht, sie zu fangen. Und Rattengift wäre ja vielleicht auch für uns nicht so gesund. Was ist, wenn wir eine vergiftete Ratte finden, fressen wir die dann und haben dann vielleicht selber Magenprobleme und mehr?
Nicht, dass meine Menschen nicht tierlieb sind, aber wo eine bzw. zwei Ratten sind, da sind sicherlich noch mehr. Und so ganz geheuer ist uns dass natürlich nicht.
Außerdem haben die Vögel im Winter auch Hunger und sollen ihr Futter bekommen. Als wir noch unseren Kater Nemo hatten, da gab´s bei uns keine Ratten. Und auch die vielen Mäuse, die diesen Sommer bei uns auf dem Tisch tanzten, haben wir da nicht gesehen. Aber eigentlich wollen wir keinen neuen Kater, also muss eine andere Lösung her.

Auch wenn die beiden zugegebenermaßen sehr nette Tierchen sind, Ratten wollen wir nicht füttern, die sollen sich doch bitte woanders ihr Futter suchen.

Also, was sollen wir tun?

Kommentare:

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Hi Andra, unglaublich was sich da bei dir im Garten versammelt...könntest mal besser nachschnüffeln....die fetten grauen mit den langen Schwänzen, da wäre doch ein rascher Griff die beste Lösung....von wegen Krankheiten, du schnüffelst im Wald auch überall herum und musst das Tierchen ja nicht gleich verspeisen...bist doch wohl genährt - ;-) Mir laufen am Pflanzenfriedhof auch schon mal so niedliche Gesellen über den Weg....Zivilisationsfolger....da siehste mal wieder, wie spannend es vor der Fensterscheibe zugeht.
Wuff und LG
Aiko

Emma hat gesagt…

Hallo Andra,
na das wäre ja was für uns gewesen. Da wär garantiert nicht noch der Rattenmann gekommen. Die hätten wir aber alle drei gemeinsam verjagt, oder auch gefangen. Ihr müsst da mal schnuppern, wo die her kommen.
Liebe wauzis von Emma und Lotte

mel hat gesagt…

Ach Andra, vielleicht sollten sich deine Zweibeiner eine starke Katze zulegen oder versuchen, das Futterhaus unten mit einem Drahtgitter so zu verbarrikadieren, dass es für die Ratten umso schwerer wird, ran zu kommen.
Aber Ratten sind äußerst intelligent, die finden eine Lösung.
Schlimmstenfalls auch die Vögel nicht mehr füttern. Wo kein Futter, keine Ratten.
Hoffe, ihr findet eine Lösung.
LG Mel + Thaya Pfitschipfeil