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Freitag, 8. Oktober 2010

Vereins-Post?

Da hat aber jemand das Maul sehr voll genommen und in Folge habe ich jetzt die Schnauze gestrichen voll! Der geneigte Leser mag bitte meine nicht so gewählte Ausdrucksweise entschuldigen, aber dass, was mir mein Frauchen gestern aus der druckfrischen Vereinszeitung- das ist das für eigene Zwecke zur Selbstdarstellung  missbrauchte Sprachorgan unseres Vereins- vorgelesen hat, verschlägt mir wirklich die Sprache. Heute habe ich sei wiedergefunden, die Sprache, und muss nun mal ganz kräftig in die Welt wuffen.
Ich, die Mutter aller tollen Hollerbusch-Hunde komme ja sonst auch nicht zu Wort. Ich verfüge leider nicht über eine eigene Zeitung um das, was ich zu sagen habe mitzuteilen. Zunächst einmal vorweg:
(Bei den in "..." stehenden Worten handelt es sich nicht um meine eigenen Worte, sondern um Zitate aus besagter Zeitung.)
Baxter vom Dilltal und ich -Andra vom Giesenfeld- sind Eltern der tollsten Welpen, die man sich wünschen kann. Sie sind alle wunderschön und gesund , alle gut genährt und aufgeweckt. Ich habe die Aufzucht unserer Kleinen mit Hilfe meines Rudels  und ohne große Unterstützung von Dritten super hinbekommen. Alle fanden richtig nette Familien und sind heute, nach noch nicht einmal neun Monaten, wunderschöne, kräftige, große und liebe Junghunde. Alle, bis auf eine, meine kleine Aimy (das "Tierchen").


Sie war ebenso schön, gesund und aufgeweckt und hatte wie alle anderen keine "zuchtausschließenden"Fehler. Sie war eine sehr liebe und menschenbezogene Hündin, sehr neugierig und interessiert und total verschmust. Leider fand sie erst die falsche Familie, kam dann aber wieder zu mir und Artus und verbrachte mit uns eine kurze, fröhliche Zeit , bis sie an einer Lungenentzündung erkrankte. Ja, es war eine Lungenentzündung. Warum sollte auch irgendjemand Zweifel an dieser Diagnose haben? Ich höre mein Frauchen noch täglich mit einem sehr vertrauten und geschätzen Mitglied des Vereinsvorstandes telefonieren, welches wiederum sehr intensiven Kontakt zu den anderen Vorstandsmitgliedern hatte, diese also sehr wohl über die Erkrankung des "Tierchens" sehr gut und ausführlich informiert waren und statt mein Frauchen  auf eine Vorbelastung "im näheren Verwandtschaftskreis beider Elterntiere" hinzuweisen, nur gute Wünsche übermittelt haben. Wie sollten wir da  auch nur auf die Idee kommen, dass Aimy neben der Lungenentzündung an einer viel schlimmeren Krankheit litt? Das sie , wie sich erst Monate später herausstellte, einen Lebershunt hatte? Auch die Blutwerte gaben keinen Hinweis auf diese immer noch sehr seltene Erkrankung beim Hovawart. Warum sollte aber ein Hund mit einem Lebershunt nicht auch eine Lungenentzündung haben? Vielleicht war sie deshalb ja besonders anfällig für diese Infektion.
Der einzigste, der es ja im nachhinein schon zu diesem frühen Zeitpunkt angeblich wusste, der schwieg. Heute spricht derjenige, aber leider viele schlechte, falsche und verletzende Worte. "Jedoch wäre allen Beteiligten ein sehr langer trauriger Leidens- und Kummerweg erspart geblieben".
Wie bitte? Was hätte es an der Diagnose geändert? Hätten sie meine kleine Aimy vielleicht schon mit drei Monaten einschläfern lassen sollen?
Nach ihrer Genesung von dieser sehr schweren Lungenentzündung (sie war zu diesem Zeitpunkt bereits 6 Wochen wieder bei uns), zog sie in ihre neue, sehr liebe Familie um. Diese hatten viel Freude mit der kleinen Aimy. Aimy war in der Hundeschule, lernte vieles kennen was für die Entwicklung eines 16 Wochen alten Welpen wichtig ist und hatte viel Freude an den Treffen mit ihren Geschwistern. Sicher, sie war kleiner und zarter als die anderen und wir machten uns schon Gedanken um die Ernährung. Aber auch die Tierärzte haben uns beruhigt, sie hatte ja eine schwere Krankheit überstanden (nur 5 % aller Welpen mit Lungenentzündung überleben!) und braucht noch ihre Zeit. Aber sie war sehr munter und wir haben sie regelmäßig besucht.
Erst nach der Impfung im Alter von 5 Monaten traten die Symptome eines Lebershunts zu Tage. Aber auch zu diesem Zeitpunkt ahnte noch keiner etwas von dieser so tragischen Krankheit. Der Tierarzt vermutete zunächst eine Vergiftung und als sich nach einer Woche ständigem auf- und ab noch keine Besserung zeigte, wurde geraten eine Tierklinik aufzusuchen. Mein Frauchen wurde um Hilfe gebeten. Sie fuhr mit Aimy in die Tierklinik, und auch dort wurde zunächst drei Tage untersucht, bis die Diagnose endlich feststand. Aimy litt an einem extrahepatischen portosystemischen Shunt und wurde, da eine Leben mit dieser Krankheit auch nach einer oder mehreren Operationen, kein wirklich gutes Hundeleben sein kann, eingeschläfert.
Ich bin froh, dass ich sie kennengelernt habe und auch wenn sie nur kurz bei uns war, war es eine schöne Zeit mit ihr. Sie ist immer noch ganz nah bei uns und wir sind immer noch sehr traurig, dass sie so leiden musste und wir ihr nicht helfen konnten.

Ein kleiner Trost für mein Frauchen war die Aussage, dass nach heutigem Wissensstand  der PSS (portosystemische Shunt) nicht erblich ist und die anderen Welpen von dieser Erkrankung nicht betroffen sind. Beim portosystemischen Shunt handelt es sich um eine Erkrankung der Lebergefässe. Diese Fehlbildung geht auf eine Hemmungsmissbildung nicht zurückgebildeter, im Embryonalstadium völlig normaler Gefäße hervor. Die Entstehung ist nicht endgültig geklärt. Allerdings:
Es laufen Forschungen an verschiedenen Instituten, dort wird  nach einem Gen oder mehreren Genen gesucht, welche für die eventuelle Vererbung dieser Krankheit verantwortlich sind. Erste Ergebnisse liegen vor, sie sind aber mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 4,8% nicht besonders gut abgesichert. Es wird noch eine lange Zeit dauern, bis die Forschung abgeschlossen ist und ob sich der Defekt irgendwann als erblich herausstellt. Es kann aber auch sein, dass sich dieser Verdacht langfristig nicht bestätigt. Ich will da so als Hund auch gar nicht mehr dazu sagen. Ich finde 11 Seiten einer Zeitung von insgesamt 50 Seiten reichen zu diesem Thema. Ob der Lebershunt erblich ist oder nicht, das zu klären ist nicht meine Aufgabe. Man muss abwarten, was die Forschung bringt.

Aber wieder weiß da jemand besser Bescheid als alle Ärzte und Wissenschaftler dieser Welt. Ich darf "aus zuchthygienischen Maßnahmen" keine Babys mehr bekommen und Baxter darf nicht mehr Vater werden (steht aber als Deckrüden noch in der Kartei).
Enkelkinder darf ich auch nicht kriegen, da meine Kinder nur nach einem Gentest (den es aber noch nicht gibt, weil es ja auch noch kein nachgewiesenes Gen gibt) Babys bekommen dürfen.

Gut, dass ich wenigstens noch Tante werden darf.
Auch wenn ich als Hund nicht alles verstehe, dürfen zwei meiner Geschwister doch noch Nachkommen kriegen.

Mein Bruder soll mit der Nichte von meinem Baxter vom Dilltal verheiratet werden.

Und meine arme Schwester, die ja offensichtlich keine Lust hat Mutter zu werden, was sie ja bereits zweimal bewiesen hat - ahnt sie vielleicht etwas von unserer "genetischen Vorbelastung" und will deshalb keine Babys?- soll nun noch einen Versuch über sich ergehen lassen.

Habe ich hier etwas völlig falsch verstanden?
Stellt sich denn da niemand die "Gewissensfrage"?
Oder geht hier jemand "sehr locker mit seinem Zuchtmaterial um"?

Ich weiß es nicht, ich verstehe es auch nicht. Ich weiß nur, dass mein Frauchen einen dicken Hals hat und dass nicht nur, weil sie gestern abend zu lange an der schon sehr frischen Luft war.
Man sollte sich bei dieser Kälte warm anziehen. Ein guter Rat von mir als Hund!

Kommentare:

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Hallo Schwesterherz Andra,
du hast Mut bewiesen, endlich mal das ausgedrückt, was meinem Frauchen schon seit Monaten "im Halse" steckt, so eine Darstellung ist für einen "weltumspannendenüberauswichtigen Verein" (!)unerträglich. Schade, dass sich unsere - hochgeachtete Züchterin nicht davon distanzieren möchte - bzw. darf - kann oder gar will, denn sie trägt keine Mitschuld - sie wird aber als "Bauernopfer" in diesem Verein irgendwann in dessen Geschichte eingehn - ich fände es ehrlicher und gerechter, wenn der Kopf von alle dem - endlich ihre Halbwahrheiten und allzu verwirrenden - sich auch ständig widersprechenden - Ergüsse sein lassen würde. Sie sollte lieber endlich mal Mensch sein und zu ihrer Verantwortung stehen - anstatt alle zu verwirren mit pseudowissenschaftlichen Ergüssen, die ihr als Zuchtwartin, Vorsitzende und Hauptverantwortliche für das Mitteilungsorgan "Vereinzeitung" noch eine Menge Ärger einbringen könnte.
Alles Liebe und ein aufmunterndes Wuff Wuff an dich und dein Rudel!
Dein Bruder Aiko

scrooge hat gesagt…

Hallo Mama Andra,

nach der Lektüre der letzten Selbstdarstellung und Eigenbeweihräucherung aus der Vereinspost hatten Volker und ich zunächst eine Heidenmühe die wütende Bettina von der Zimmerdecke zu holen.
Wir sind heilfroh nicht in diesen „Krümmelverein“ (was möchte diese Dame eigentlich ?)eingetreten zu sein.
Das Schicksal von Schwester Aimy zu benutzen um sich im Nachhinein besserwisserisch als kompetente Hundesachverständige zu präsentieren, zeugt einfach nur von gering ausgeprägtem Einfühlungsvermögen und fehlender Liebe zum Hund, bei gleichzeitig sinnlos übersteigertem Geltungsdrang. („Das Tierchen“…. Mehr muss man dazu nicht sagen)
Lass' Dich jedenfalls nicht allzu sehr von dieser Dreckschmeisserei ärgern; Mama's Bester (also ich) beweist das Gegenteil !
Ansprechpartner in allen Fragen zu Deinem kleinen Radausohn Arie sind für meine Menschen Du und Deine Familie, sowie unser Tierarzt Dr. Linke; mit Sicherheit nicht Miss Krümmel.
Eine Zuchtwartin mit einer derart überhöhten Selbsteinschätzung sollte dann in der Konsequenz auch zwingend in der Lage sein einen Lebershunt vor allen anderen verterinärmedizinischen Experten zu erkennen. Dies war hier nicht mal im Ansatz der Fall; der Artikel in der Vereinszeitschrift ist daher bedeutungs- und fachkenntnislose Wichtigtuerei.

Es grüßt: Arie (schwer genervt)